Wonach ich bei einem Duft suche
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Manchmal werde ich gefragt wie ich entscheide was ich führe. Was einen Duft es wert macht ihn anzubieten und einen anderen nicht. Die ehrliche Antwort beginnt mit etwas Einfachem: Riecht er gut?
Ich weiß dass das subjektiv klingt, und das ist es auch. Aber die meisten Menschen können den Unterschied spüren zwischen etwas das durchdacht riecht und etwas das es nicht tut. Es gibt eine Qualität in einem gut gemachten Duft die schwer zu beschreiben aber leicht zu erkennen ist. Er landet einfach.
Über den ersten Eindruck hinaus achte ich darauf wie sich ein Duft über Zeit verhält. Langlebigkeit ist mir wichtig, aber nicht so wie man normalerweise darüber spricht. Ich möchte mich nicht den ganzen Tag selbst riechen. Ich mag es wenn ein Duft in den Hintergrund tritt und Teil von mir wird anstatt etwas das ich ständig wahrnehme. Er soll präsent sein ohne aufzudrängen. Still aber beständig.
Was mich persönlich anzieht sind dunklere Kompositionen. Vanille, Holz, Oud wenn es gut gemacht ist. Diese Noten haben etwas Erdendes, etwas das sich anfühlt als würde es nah an die Haut gehören. Aber ich schätze auch den Wechsel in den wärmeren Monaten. Im Sommer möchte ich frisch und sauber riechen, etwas Leichteres aber nicht Aquatisches. Etwas Fruchtiges vielleicht, aber nichts zu Intensives oder Süßes. Die Stimmung ändert sich und der Duft sollte es auch.
Was mich wirklich in einen Duft hineinzieht ist die Geschichte dahinter. Wenn ich weiß warum etwas gemacht wurde, was der Parfumeur einzufangen versuchte, welche Erinnerung oder welchen Ort oder welches Gefühl er anstrebte, verändert das wie ich den Duft erlebe. Er hört auf nur ein Geruch zu sein und wird zu etwas mit dem ich mich verbinden kann.
Deshalb liebe ich Häuser wie Amouage. Ich bin zehn Jahre in Oman aufgewachsen, wo das Haus gegründet wurde, und diese Verbindung sitzt tief. Aber auch abseits meiner persönlichen Geschichte ist das Handwerk und die Intention hinter dem was sie machen etwas das ich respektiere. Es fühlt sich durchdacht an. Es fühlt sich an als würde es etwas bedeuten.
Ein weiteres Haus das mich anspricht ist Memoirs of a Perfume Collector. Die Art wie sie Duft als Erzählung begreifen, als etwas das mit Erinnerung, Ort und Erfahrung verbunden ist, deckt sich mit meiner eigenen Sichtweise. Jede Flasche fühlt sich an als hätte sie einen Grund zu existieren der über das bloße Gutriechenwollen hinausgeht.
Es gibt auch Dinge die ich vermeide. Kompositionen die zu synthetisch wirken schrecken mich ab. Ich habe nichts gegen synthetische Elemente wenn sie dem Duft dienen, aber wenn das alles ist was ich rieche verliere ich das Interesse. Ich zahle lieber mehr für Qualität und Handwerk als mich mit etwas Hohlem zufriedenzugeben.
Ich bin auch nicht an Hype interessiert. Wenn ein Duft so populär wird dass man ihn überall riecht verliert er für mich etwas. Ein Teil dessen was Duft persönlich macht ist das Gefühl dass er dir gehört. Wenn alle dasselbe tragen verschwindet diese Intimität. Aus demselben Grund führe ich keine Dupes. Ich verstehe den Reiz günstigerer Alternativen, aber für mich nimmt das dem Duft seine Bedeutung. Du trägst nicht mehr die Geschichte, du trägst eine Kopie davon.
Alles was ich führe durchläuft diesen Filter. Es muss gut riechen, sich gut tragen und sich anfühlen als wäre es mit Intention gemacht worden. Wer diesen Anspruch nicht erfüllt, kommt nicht ins Sortiment.
Ich möchte dass die Menschen die hier einkaufen darauf vertrauen können dass das was sie bekommen bereits durchdacht wurde. Nicht nur gelistet, sondern gewählt.